Widerstand

Was macht Veränderungen für Menschen so schwierig?
Warum empfinden wir diese als anstrengend, mühsam und lästig?
Warum hängen wir an alten Routinen fest, auch wenn uns Sinn und Nutzen der Veränderung intellektuell schon längst überzeugt haben?

  • Unsere Fähigkeit, Dinge wahrzunehmen ist deutlich stärker entwickelt als unser Vermögen, Dinge mit bewusster Aufmerksamkeit zu tun – Gleiches gilt für unser Verhalten
  • Vertraute und gelernte Routinen sind gute Wegbegleiter, die uns entlasten
  • Durch die "Automatisierung" unseres Verhaltens können wir viele Anforderungen im Tagesgeschäft mühelos bewältigen
  • Wenn wir unsere Aufmerksamkeit fokussieren, reduzieren wir Komplexität und schaffen Kapazität für die Bewältigung wichtiger und "hochwertiger" Aufgaben

Neurophysiologisch werden entlang der Nervenzellen des Gehirns „Trampelpfade“ angelegt: Jede Wahrnehmung zieht ein Gefühl nach sich. Die dabei beteiligten Nervenzellen verknüpfen sich; Wiederholungen stärken diese Verbindungen („Macht der Gewohnheit“). Die Verbindungen sind äußerst resistent gegenüber Veränderungsanforderungen. Nervenzellen, die gemeinsam angesprochen werden, behalten ihre Tendenz, sich gemeinsam zu aktivieren und gemeinsam zu feuern. (Der „Stroop-Effekt“ nach James R. Stroop, Journal of Experimental Psychology, 1935, kann heute durch bildgebende Verfahren (Kernspin) nachgewiesen werden)


Können wir dann überhaupt Veränderung "lernen"?

  • Zunächst einmal müssen wir verlernen (Verknüpfungen aufgeben), bevor wir wieder neu lernen (neue Verknüpfungen bilden) können
  • Dabei gilt: „The first cut is the deepest“. Zu Beginn fällt es uns schwer, eine neue Sichtweise einzunehmen; wir fühlen uns damit unsicher, inkompetent, ohne Standfestigkeit und Kontrolle, werden leistungsschwächer.
  • Kraftraubendes Training, Wiederholungen, permanentes Üben und die Zeit helfen uns, diese Anfangsphase zu überwinden und neue Routinen zu entwickeln. Dabei können wir unsere neuronalen Netzwerke auch durch reine gedankliche Vorstellung neu verknüpfen (Kraft der Imagination, Selbsthypnose, positives Denken)
  • Wir trainieren dabei, Veränderungen als solche schneller zu vollziehen; die flexible Vernetzung der Zellen wird automatisch aus sich selbst heraus geschaffen (lernende Organisation)