Realitäten

"The map is not the territory."(Alfred Graf Korzybski)

Welchen Ausschnitt der Veränderung sehen wir?
Welches Interesse leitet uns dabei?
Wie erleben wir die Auswirkungen?
Was ist wirklich "wirklich"?

  • Besonders Veränderungsprozesse verdeutlichen unterschiedliche Wahrnehmungen und Beurteilungen.
  • Vorstand und Geschäftsführung sehen die Dinge „ganz anders“ als Mitarbeiter; sie sind aufrichtig von der „anderen“ Sichtweise der Mitarbeiter überrascht (ein Phänomen, das sich immer wieder durch Mitarbeiterbefragungen bestätigt).
  • Wahrnehmen ist aktives Gestalten in dem Sinne, dass der Betrachter das System formt, durch den Fokus seiner Aufmerksamkeit einen Ausschnitt definiert und ein Bild zeichnet. Die Verantwortung für die Gestaltung der eigenen Wirklichkeit liegt bei jedem Einzelnen.
  • Wenn dem so ist, muss jeder den Anderen ebenso ihre Wirklichkeiten zugestehen, sie haben genauso viel Berechtigung wie die eigene. Die Erfindung der Wirklichkeit bedeutet den Abschied von der Wahrheit, oder: Es gibt nicht nur eine Wahrheit!
  • In dem Maße, wie verschiedene Wirklichkeitskonstruktionen in Organisationen aufeinanderprallen, miteinander „um die richtige Sichtweise“ konkurrieren, sich den Rang ablaufen, entsteht hohes Konfliktpotential. Dieses Potential muss im Rahmen des Veränderungsprozesses professionell „gemanaged“ werden, sonst drohen destruktive Eskalation oder passiver Widerstand in Form eines verfestigten, zähen Bodensatzes.
  • Konstruktiv genutzt führt der Abgleich der Realitäten zu einem breiteren Horizont und Verständnis, zu erhöhter Flexibilität und mehr Lösungsmöglichkeiten.